Liebe Leserinnen und Leser,
Sie erhalten diesen Pfarrbrief in einer besonderen Zeit: Die Tage werden kürzer, das Jahr neigt sich dem Ende zu – und doch beginnt etwas Neues. Der Advent öffnet die Tür zu einer Zeit des Lichts, das inmitten unserer Dunkel heiten aufleuchtet. Am Anfang ist es nur eine kleine Flamme. Eine Kerze im Advent, kaum stärker als ein Atemzug – und doch: sie ver treibt die Nacht. In ihrem Schimmer spüren wir, dass Gott das Dunkel nicht meidet. Er kommt – leise, unscheinbar, mitten in unsere Welt. Kein grelles Licht, das blendet, sondern ein zartes Leuchten, das wärmt und heilt. Von Woche zu Woche wächst dieses Licht. Das Friedenslicht aus Bethlehem macht sich auf den Weg, über Grenzen und Meere, getragen von Händen, die Hoffnung weiterge ben. Wer es mit nach Hause nimmt, trägt ein Stück der Heiligen Nacht in sein Herz. Eine Flamme, die uns erinnert: Frieden beginnt nicht in den Palästen, sondern in der Stille eines Hauses, in einem offenen Herzen, das Licht teilt. Dann kommt Weihnachten – die Nacht, in der das Licht selbst Mensch wird. Gott wird Kind, verletzlich und nah. In der Krippe entzündet sich der Himmel auf Erden. Und das Licht bleibt nicht stehen: Mit den Sternsingern zieht es weiter, von Tür zu Tür, mit ihrem Segen, ihren Liedern, ihrem Lächeln. Sie tragen das Licht, das stärker ist als alle Dunkelheit. Und wenn die Kerzen längst heruntergebrannt sind, bleibt doch ihr Glanz. Gottes Licht verlischt nicht. Es sucht uns in unseren Wegen, in unseren Sorgen, in unserem Neubegin nen. Denn das Licht aus Bethlehem – es ist gekommen, um in uns zu wohnen. Möge dieses Licht uns verwandeln – dass wir selber leuchten, wo andere frieren, trösten, wo Leben brüchig ist, und Hoffnung schenken, wo Nacht bleibt.
Für das Seelsorgeteam – P. Silvester, Pfarrer in Solidum
